Also, das mit der Sichtweite ist so eine Sache. Wie wollen wir da heran gehen? Sollen wir uns nur das anschauen, was wir im Spiel einsetzen können? Oder muss es eine wissenschaftliche Abhandlung über die Sichtweite im Verhältnis zur Entfernungsberechnung sein? Ich plädiere für Ersteres!

Zuerst einmal sollte man wissen, dass von den drei Faktoren Sichtweite, Tarnfaktor und Spotting-Distanz uns nur die Sichtweise offiziell als einziger brauchbarer Wert angegeben wird. Ja, es gibt Listen im Netz, die von akribischen Leuten zusammengestellt wurden, welche die Tarnwerte aufschlüsseln, die sie in eigenen Feldversuchen ausgetestet haben. Aber es gibt viele Faktoren, welche sowohl Sichtweite und Tarnung beeinflussen.

Viele Leute wundern sich, dass sie zwar z.B. 380 Meter Sichtweite auf dem Panzer haben, aber von Gegnern aus 200 Meter Entfernung beschossen wurden, ohne dass dieser in dem Moment sichtbar war. Wie der Tarnfaktor zur Sichtweite in Beziehung steht, wird dabei aber nur am Rande betrachtet.

Deswegen wollen wir doch mal etwas Licht in die Sache bringen! Wie gesagt; dieser Text behandelt das Sichtsystem nicht bis in die letzte Formelberechnung hinein. Auch erhebe ich keinen absoluten Anspruch auf Unfehlbarkeit. Dinge können sich ändern; so also auch das WoT-Sichtsystem! Und wie es aussieht, soll dies auch bald geschehen. Sichtweiten sollen bei allen Fahrzeugen ausser den Leichten Panzern gekappt werden. Wie das genau aussehen wird, da müssen wir uns überraschen lassen.

Sichtweite

Die Sichtweite wird vom Panzermodell vorgegeben. Einige Panzer haben hier bessere Werte als andere. Voraussetzung dafür, dass der Wert auf dem „Papier“ erreicht wird, ist eine 100% -Mannschaft. Man kann die Sichtweite durch Module und weitere Crewfähigkeiten noch verbessern. Dinge zu tun, welche die Sichtweite verbessern, ist niemals eine schlechte Idee! Außer vielleicht bei Artillerie. Aber auch da kann eine erhöhte Sichtweite von Nutzen sein; z.B. wenn man mit der Arty der letzte Überlebende ist.

sicht

  • Serverhorizont: Der Bereich, innerhalb dessen die Daten von Panzer, Granaten, umfallende Bäume usw, bei Dir an gezeigt werden.
  • Max. Spotweite: Ziele die von Dir weiter enfternt sind als 445 m, können von Dir nicht aufgedeckt werden. D.h. Du bist auf die Aufklärung Deiner Verbündeten angewiesen.
  • momentane Sichtweite. Soweit kannst Du momentan mit Deinem gucken. Eingerechnet sind hier natürlich, die Wirkung der Crew-Fähigkeiten, Module, und evtl. verwendete Materialien
  • Sichtlinie: Das ist der Punkt, wo unser Panzer auf der Karte hinschaut. Es soll nur als Beispiel dienen…
  • Proxy-Spot: Ist der Umkreis von 50 m um den Pamzer herum. In diesem Bereich, wird alles generell gegnerische aufgedeckt…

Die Sichtweite verläuft kreisförmig(vereinfacht gesagt), mit dem Panzer als Zentrum. Die maximale Sichtweite auf derer man Gegner aufdecken kann beträgt 445 Meter. Über diese Entfernung hinaus gibt es keinerlei Sichtbarkeitsberechnung. Wenn ihr Mods habt, wird die Sichtweite direkt in der Karte angezeigt.

Oha, ich höre Dich sagen: „Eh Alta! Ich hab hier meinen voll krass konkreten 10er Panzer mit ultra vollfetten 485 Metern Sichtweite(inkl Module). Wozu also weiter auf Sichtweite setzen?“

Erlaube mir zu erwidern: AHA! 445 Meter auf dem Panzer reichen also? Nun das ist… FALSCH, WRONG, FALSAMENTE, неправильно, błędnie, 間違った!! Warum? Das hat etwas mit der Spotting-Mechanik zu tun, in welcher die Sichtweite durch den Tarnfaktor beeinflusst wird. Dazu später mehr.

Dann gibt es noch die maximale Zeichenreichweite oder auch Serverhorizont, welche vereinfacht gesagt einem 1.000 m x 1.000 m großem Quadrat entspricht, mit dem eigenen Panzer im Zentrum des Quadrats. Es hat also jeder Panzer seinen eigenen Serverhorizont. Es ist geplant, diese Reichweite in Zukunft nicht quadratisch, sondern kreisförmig wie die Sicht- und Funkweiten zu machen. Innerhalb dieses Bereichs gibt der Wot-Server die Daten von dynamischen Objekten (Panzer, Grananten, Umgebungsveränderungen wie umfallende Bäume usw.) an Dich weiter. Alles was ausserhalb dieses Bereiches, ist für Dich in dem Augenblick nicht existent. Jeder Panzer hat seinen eigenen Serverhorizont.

Allein bei der Artellerie werden Darstellungsentfernung und Serverhorizont anders behandelt. Nämlich vom Zielkreuz aus…

Wenn es um Module geht, sind vor allem die entspiegelten Optiken nützlich. Sie liefern einen permanenten Sichtbonus von 10%. Dann gibt es noch das Scherenfernrohr, welches einen Sichtbonus von 25% gibt; allerdings nur wenn man die Wanne des Panzer 3 Sekunden lang still stehen lässt. Es verhindert also dynamischen Spielstil. Das sollte man beim Einbau berücksichtigen. Nützlich ist auch die verbesserte Lüftung(vor allem im Verbund mit Waffenbrüder), welche auf alle Fähigkeiten und Faktoren einen kleinen Bonus von 5% gibt. Und das auf alle Fähigkeiten.

Wichtig ist noch zu erwähnen, dass sich die Boni von Optiken und Scheris nicht addieren! Ist das Scherenfernrohr aktiv, werden eventuell eingebaute Optiken deaktiviert, bis man wieder die Wanne bewegt!

Bei der Mannschaft sind es solche Skills wie Späher, Weitsicht und Waffenbrüder diejenigen, welche die Sichtweite verbessern.

Die maximalste Sichtweite erhält man auf einem Panzer momentan auf diese Weise:

  • Kommandant auf 100%
  • Bei allen Besatzungsmitgliedern Waffenbrüder auf 100%
  • Fähigkeit Späher beim Kommandanten auf 100%
  • Fähigkeit Weitsicht beim Funker auf 100 %
  • Module: verbesserte Lüftung, entspiegelte Optik, Scherenfernrohr
  • Verbrauchsgegenstand: Cola, Schokolade, Starker Kaffe, Tee und Pudding, usw.

Bedenke, dass diese Einstellung nicht unbedingt immer Sinn macht. Es geht hier nur darum, zu demonstrieren, wie das Maximalste theoretisch machbar ist

Zusammenfassung Sichtweite

  • Sichtweite von Panzermodell vorgegeben
  • und von dem freigeschalteten und eingebauten Turm
  • Sichtweite nur ein Wert, um die Spotting-Distanz berechenbar zu machen
  • Tarnfaktor des Gegners modifiziert die Sichtweite
  • Maximale Aufdeckungsentfernung beträgt 445 Meter
  • theoretische Sichtweite unbegrenzt
  • Verbesserung durch Crewfähigkeiten Späher, Weitsicht, Waffenbrüder(bei kompletter Besatzung)
  • …. durch Module entspiegelte Optik, Scherenfernrohr(bei mind. 3 sek. ruhender Wanne), verbesserte Lüftung
  • …. durch Premium-Tool Schokolade, Cola, Starker Kaffee usw.

Tarnfaktor

Auch der Tarnkfaktor wird vom Panzer vorgegeben und von Modulen und Crew-Fähigkeiten modifiziert. Zusätzlich wird der Tarnwert aber noch davon bestimmt, ob Du stehst, die bewegst oder schießt und von der Umgebung, wie z.B. Büsche, sowohl als auch, ob Du eine Tarnung drauf hast. Auch beim Tarnwert gehen wir hier von einer 100%-Crew aus.

Das Verhältnis zwischen Deiner Sichtweite und dem Tarnfaktor des Gegners bestimmt, wann Du Deinen Gegner aufspottest, also siehst. Umgekehrt gilt das natürlich auch. Das Ergebnis dieser Berechnung ist die Spotting-Distanz.

Nehmen wir als Beispiel mal an, dass Dein Panzer einen Tarnwert von 1 hat. So bedeutet dies, dass er aber 50 m Entfernung unsichtbar ist(Das entspricht der Proxy-Spotreichweite… dazu komme ich noch). Auch wenn es nicht ganz so einfach ist, kann man sagen: Je größer die Kiste, desto geringer der Tarnwert! Fährst Du los reduziert er sich(außer bei leichten Panzern) bist Du wieder stehst. Schießt Du, reduziert sich der Tarnwert kurzzeitig massiv. Wichtig ist auch, dass Deine weiche Deckung – also Büsche, Laubwerk(Häuser und Steine sind harte Deckung) usw. – für ca. 15 Sekunden 70% dessen Tarnbonus´ verliert.

Dieser Verlust des Tarnwerts findet in einem Umkreis von 15 Metern statt. Idealweise sollte man beim Schießen 15 Meter hinter einem Busch stehen, damit sich durch den Schuss dessen Tarnbonus nicht mit reduziert.

Wichtiger Hinweis: Abgeschossene Panzer ebenso wie verbündete und feindliche Panzer, gelten nicht als Sichthindernis!

Zusammenfassung Tarnfaktor

  • vom Panzermodell vorgegeben
  • Tarnfaktor beeinflußt die Sichtweite beim Gegner
  • … das Ergebnis ist die Spotting-Dostanz
  • Tarnung hängt von folgendem ab: Basisfähigkeit des Kommandanten, Tarnskills der Besatzung, eingebaute Module, Umgebung, wie Büsche umgeknickte Bäume usw.
  • Tarnfaktor reduziert sich durch Bewegung(ausser bei Leichten)
  • … und massive für kurze Zeit durch Schießen
  • weiche Deckung im Umkreis von 15 m wird für kurze Zeit nach dem Schuss durchsichtig
  • abgeschossene Panzer ebenso wie verbündete und feindliche Panzer, gelten nicht als Sichthindernis!

Spotting

Es befinden sich an jedem Panzer zwei „Spotting-Sensoren“ und von denen aus, wird die Berechnung der Spotting-Distanz vollzogen. Der Eine ist irgendwo am höchsten Punkt des Panzers, was üblicher Weise irgendwo am Turm ist. Dies ist der statische Punkt. Der Andere ist am Hauptgeschütz. Allerdings nicht von an der Mündung, sondern am Übergang von Kanone zu Kanonenblende. Um zu spotten, muss zwischen den Sensoren eine gerade Linie zum Ziel bestehen. Also wenn Du hinter einem Haus stehst und einen Panzer in 200 Meter Entfernung aufklären möchtest, musst Du Dich kurz hinter dem Haus vorbewegen, damit diese Sensoren hinter dem Haus vorgucken können.

Das sind also die Punkte mit denen gespottet wird. Es gibt noch 6 Punkte am Panzer, an denen die Berechnung stattfindet, ob der er gesehen wird oder nicht. Diese befinden sich am Turm, am Übergang von Kanone zu Kanonenblende, vorn und hinten in der Mitte der Wanne, sowie rechts und links in der Mitte des Turms.

Ist die Berechnung an einem der Punkte positiv, wird der Panzer gespottet. Die Dauer eines Spots beträgt zwischen 5 und 10 s. Wurdest Du gespottet, ist es also ratsam, für diese Dauer in Deckung zu gehen und zu warten, bis man wieder unsichtbar ist.

Mit der Entfernung steigt übrigens die Aufklärungsdauer. Um Ziele im Umkreis von 50 m aufzudecken, braucht es nur 0,1s. Bei 445 m dauert es hingegen 2s.

Beschäftigen wir uns nun mit dem Bereich im Umkreis von 50 m um den Panzer herum. Ohh, da sind diese ominösen 50 Meter ja wieder….. Also, im Kreis von 50 m um Deinen Panzer herum ist die Proxy-Spot-Zone. Alles was sich innerhalb dieses Kreises befindet, wird aufgespottet. Es ist dabei vollkommen egal, ob ein Haus eine Mauer, ein Berg, ein Kernfusionsreaktor oder zehntausend aufgestapelte Maultiere zwischen Dir und dem Feindpanzer stehen. Auch der Tarnwert spielt da keine Rolle mehr und wenn er 309,2 beträgt. Vollkommen egal!

Die maximal Entfernung auf die Du mit Deinem Panzer spotten kannst, beträgt 445 Meter. Die Sichtweite wird immer um den Tarnwert reduziert! Und genau das ist der Grund, warum es sich lohnt, die Sichtweite so hoch wie möglich zu bringen! Also auch auf 500 m unter mehr…. Wo es möglich ist. Weswegen 445 m auf dem Panzer nicht das Ende vom Lied ist!

Aber wie funktioniert das nun genau?

Nehmen wir folgendes Beispiel. Bedenke dabei bitte, dass die Werte auf der „Verpackung“ natürlich nur gelten, wenn die Mannschaft wenigstens 100 % hat:

Tiger I mit einer Sichtweite von 380 Meter. (100% Crew). Zunächst ohne irgendwelche Extras. Vor uns steht nun ein Comet in 180 Meter Entfernung, bewegungslos hinter einem Busch. ….. dieser alte Camper….

Bei 380 Meter Sichtweite müsste es doch ein klarer Fall sein, dass der Comet von uns gesehen wird. Oder? Nein! Denn was fehlt in dieser Rechnung? Richtig, der Tarnwert des Gegners!

Gehen wir nun davon aus, dass der Comet einen Tarnwert von 0,8 hat. (Das ist ein sehr hoher Wert, da ja ein Wert von 1 schon Unsichtbarkeit bedeutet. Ausser wenn man auf 50 m ran ist natürlich. Nun können wir hier für dieses Beispiel ausrechnen, ab wann wir den Comet sehen. Die Formel ist diese:

Sichtweite – (Sichtweite – Proxy-Zone; immer 50 m) x Tarnfaktor = Spotting-Distanz

Hah, ich merkte schon wie bei dem Wort „Formel“ bei dem Einen oder Anderen das Visier runter geklappt ist! Aber ist doch ganz simpel, oder? Mit den Werten aus unseren Tiger-Comet-Beispiel rechnen wir nun:

380 m – (380 m – 50 m) x 0,8 = 116 Meter

So, wir stehen 180 Meter weg, haben aber eine Spotting-Distanz von 116 Metern. Das heißt, wir sind nicht nahe genug, um den Comet aufgehen zu lassen!

Rechnen wir nun mal, dass der Comet schießt. Sein Tarnwert reduziert sich dadurch enorm; um ca. 75 Prozent von 0,8 auf 0,2. Wie hoch die Reduzierung ist, hängt auch wieder von der Kanone und vom Fahrzeug ab. Wie diese Werte tatsächlich sind, weiß nur Wargaming. Also lautet die Formel nach dem Schuss:

380 m – (380 – 50 m) x 0,2 = 314 Meter

Oiii, also schießt der Spitzbube, erhöht sich die Entfernung, auf die wir herankommen müssen, um ihn sehen zu können, von 116 Meter auf 314 Meter! Also reichen unsere 180 Meter, die wir von ihm weg sind locker aus, um ihn aufzudecken!

Beispiel mit entspiegelter Optik im Tiger. Optik bringt permanent +10% Sichtweite

418 m – (418 m – 50 m) * 0,8 = 123,6 Meter(116 ohne Optik) oder *0,2 nach dem Schuss 344,4 m(314 ohne Optik)

So. das war es erst mal zu diesem Thema. Wie bereits erwähnt, soll sich bald was an den Sichtweiten ändern. Das Berechnungssystem wird dabei wahrscheinlich gleich bleiben. Wir werden sehen…

Im folgenden Video seht ihr, wie man das oben gesagte in der Praxis anwendet.

Eine sehr gute Erklärung des Sichtsystems hat Wasilij in einem Video veröffentlicht. Sehr sehenswert.